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Warburg Laden schließen

Warum wir Warburg verlassen: Die Suche nach einem neuen Zuhause

Fast vier Jahre lang war Warburg das Zuhause der DBT Factory. Hier hat alles angefangen. Hier entstand unsere Community. Und von hier aus haben unsere Donuts irgendwann ihren Weg durch ganz Deutschland gefunden. Trotzdem gab es den Gedanken an einen Abschied schon viel früher, als die meisten wahrscheinlich vermuten würden.

Der erste Gedanke kam schon nach einem Jahr

Wenn ich ehrlich bin, dachte ich bereits im ersten Jahr darüber nach, Warburg irgendwann zu verlassen.

Nach dem großen Hype zur Eröffnung war die Nachfrage zurückgegangen. Die wirtschaftlichen Ergebnisse waren schwierig, Personalkosten mussten reduziert werden und ich stellte mir immer wieder die Frage, wie die Zukunft der DBT Factory aussehen könnte.

Trotzdem gab es eine Möglichkeit, die mich wahrscheinlich langfristig an Warburg gebunden hätte.

Die Stadt plante ein neues gastronomisches Projekt am Marktplatz der Neustadt. Ein neues Café sollte entstehen – und für mich war das unglaublich interessant.

Ich konnte mir vorstellen, dort den nächsten Schritt zu gehen und die DBT Factory langfristig in Warburg weiterzuentwickeln.

Doch ich bekam die Möglichkeit nicht.

Damals war das für mich so etwas wie ein unsichtbarer Schlussstrich.

Nicht unter die DBT Factory.

Aber unter den Gedanken, meine gesamte unternehmerische Zukunft unbedingt an Warburg zu binden.

Vielleicht brauche ich irgendwann gar keinen Laden mehr

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings überhaupt keine Eile.

Mein neuer Plan sah vollkommen anders aus.

Der Online-Shop begann sich zu entwickeln und irgendwann entstand die Vorstellung:

Was wäre, wenn der Online-Versand eines Tages groß genug wird, dass ich überhaupt keinen klassischen Shop mehr brauche?

Mein langfristiger Traum war ein eigenes Haus mit geeigneter gewerblicher Fläche. Dort hätte ich produzieren, Bestellungen bearbeiten und unsere Donuts deutschlandweit verschicken können.

Keine klassische Verkaufsfläche mehr.

Keine Abhängigkeit von Laufkundschaft.

Produktion und Online-Versand.

Das Problem war nur:

So weit waren wir noch lange nicht.

Der Online-Shop entwickelte sich zwar in die richtige Richtung, aber ich konnte nicht wissen, ob dieses Wachstum dauerhaft weitergehen würde.

Also blieb die DBT Factory in Warburg.

Und ich wartete.

Wenn ein neuer Standort, dann nur unter meinen Bedingungen

Eines wusste ich inzwischen ziemlich genau:

Wenn ich Warburg irgendwann verlassen sollte, würde ich nicht einfach den gleichen Laden an einem anderen Ort eröffnen.

Ein Umzug musste einen echten Vorteil bringen.

Und meine Anforderungen waren ziemlich hoch.

Der neue Standort sollte an einer stark befahrenen Straße liegen – alternativ wäre für mich ein gut frequentiertes Einkaufszentrum infrage gekommen.

Was ich dagegen ausdrücklich nicht wollte:

eine klassische Innenstadtlage.

Das mag für einen Donut-Shop zunächst ungewöhnlich klingen. Aber über die Jahre hatte ich meine Kunden ziemlich gut kennengelernt.

Viele fahren gezielt zu uns.

Auto abstellen. Donuts oder Getränke holen. Wieder weiterfahren.

Bei Stadtfesten in Warburg konnte ich beobachten, was passierte, sobald die Straße nicht mehr normal erreichbar war.

Ich bemerkte es direkt am Umsatz.

Für mich war deshalb klar:

Erreichbarkeit ist wichtiger als eine schöne Fußgängerzone.

Kostenlose Parkplätze sind Gold wert

Natürlich hat eine Innenstadt viele Vorteile.

Aber sie hat auch Nachteile.

Parkplatz suchen. Parkgebühren bezahlen. Zum Geschäft laufen. Einkäufe anschließend wieder zurück zum Auto tragen.

Und ich glaube, dass wir Menschen mit der Zeit eher bequemer als unbequemer werden.

Warum sollte ich es meinen Kunden also komplizierter machen als nötig?

Für meinen neuen Standort wurden kostenlose Parkplätze direkt am Geschäft deshalb zu einem der wichtigsten Kriterien überhaupt.

Der Kunde sollte vorbeifahren können, uns sehen, parken, seine Bestellung abholen und weiterfahren.

Einfach.

38 Quadratmeter waren irgendwann nicht mehr genug

Noch wichtiger war allerdings das Platzproblem.

Unser Laden in Warburg hat gerade einmal rund 38 Quadratmeter – inklusive WC.

Auf dieser Fläche mussten Verkauf, Lagerung und Produktion miteinander funktionieren.

Das ging erstaunlich lange gut.

Aber während unser Onlinegeschäft wuchs und immer größere Bestellungen möglich wurden, zeigte sich immer deutlicher, dass diese Fläche langfristig nicht zu unseren Plänen passte.

Ich brauchte nicht unbedingt einen riesigen Verkaufsraum.

Ich brauchte Platz zum Arbeiten.

Produktion.

Lager.

Vorbereitung.

Versand.

Der nächste Standort musste deshalb nicht nur größer sein. Er musste vor allem anders aufgeteilt sein.

Also begann die Suche in Paderborn

Dass es Paderborn werden sollte, hatte für mich keinen komplizierten wirtschaftlichen Hintergrund.

Paderborn ist meine Heimat.

Ich bin hier geboren. Meine Familie lebt hier. Meine engsten Freunde leben hier.

Natürlich gab es andere Gedanken.

Hamburg beispielsweise wird für mich immer etwas Besonderes bleiben. Ich habe dort fünf Jahre gelebt und die Stadt ist für mich zu einer Art zweiter Heimat geworden.

Aber zurück in eine Großstadt wollte ich nicht.

Und wenn ich schon einen neuen Abschnitt beginne, dann wollte ich dorthin zurück, wo meine Wurzeln liegen.

Also suchte ich in Paderborn.

Allerdings nicht um jeden Preis.

Die erste Chance – und die erste Absage

Nach einiger Zeit fand ich tatsächlich ein Ladenlokal, das viele meiner Anforderungen erfüllte.

Die Lage war hervorragend und auch die Größe wäre mit etwa 60 Quadratmetern zumindest eine deutliche Verbesserung gegenüber Warburg gewesen.

Ich hätte damit arbeiten können.

Die Gespräche mit dem Vermieter liefen – doch am Ende kam die Absage.

Meine wirtschaftlichen Zahlen aus Warburg überzeugten ihn nicht ausreichend.

Natürlich hätte ich darüber enttäuscht sein können.

Aber meine Sicht darauf war relativ einfach:

Wenn jemand nicht an meine Vision glaubt, dann ist es eben nicht der richtige Partner für meinen nächsten Schritt.

Rückblickend war die Absage vielleicht sogar ein Glücksfall.

Denn auch 60 Quadratmeter wären irgendwann wieder eng geworden.

Also suchte ich weiter.

Eineinhalb Jahre

Die Suche zog sich.

Nicht, weil ich ständig neue Ladenlokale besichtigte.

Im Gegenteil.

Viele schieden bereits aus, bevor eine Besichtigung überhaupt sinnvoll gewesen wäre.

Zu teuer.

Keine Gastronomie erwünscht.

Zu klein.

Keine Parkplätze.

Falsche Lage.

Meine Anforderungen machten die Suche schwierig.

Aber ich wollte nicht umziehen, nur damit ich anschließend wieder vor denselben Problemen stehe.

Dann bekam ich irgendwann eine Nachricht von meiner Tante.

Sie hatte ein Inserat gefunden.

Ich schaute es mir an.

Und plötzlich passte erstaunlich viel zusammen.

Fast perfekt

Die Lage?

Genau das, wonach ich gesucht hatte.

Eine stark frequentierte Straße in Paderborn, die besonders für Gastronomie bekannt ist. Eine Gegend, in der geeignete Ladenlokale selten frei werden und entsprechend begehrt sind.

Parkplätze?

Direkt vorhanden – und für unsere Besucher kostenlos.

Die Fläche?

Statt 38 Quadratmetern in Warburg plötzlich knapp 100 Quadratmeter.

Und das Entscheidende:

Etwa zwei Drittel davon können für Produktion und Lager genutzt werden.

Genau das, was ich für die weitere Entwicklung des Unternehmens brauche.

Und selbst die Miete war für die Lage überraschend fair.

Eigentlich hätte die Entscheidung damit leicht sein müssen.

War sie aber nicht.

Der Haken an der Sache

Das Gebäude ist alt.

Und das sieht man ihm an.

Fenster und Türen sind in die Jahre gekommen. Der Boden ist alt. Wände haben Risse. Selbst ein vernünftiges Personal-WC war nicht vorhanden.

Der Vermieter machte außerdem deutlich, dass umfangreiche Investitionen in die Gewerbefläche nicht von ihm übernommen werden würden.

Wenn ich diesen Standort wollte, musste ich selbst investieren.

Wieder einmal.

Und diesmal ging es nicht um ein paar Stunden am Laptop.

Es ging um einen kompletten Laden.

Deshalb war meine Reaktion beim ersten Besichtigen auch nicht:

„Den nehme ich sofort!“

Ich sah die Möglichkeiten.

Aber ich sah genauso die Arbeit und das finanzielle Risiko.

Manchmal braucht eine Vision jemanden, der sie versteht

In den Gesprächen kamen wir uns schließlich entgegen.

Und dieses Mal passierte etwas, das ich bei meiner Standortsuche nicht immer erlebt hatte.

Der Vermieter sah nicht ausschließlich die Zahlen eines kleinen Ladens aus Warburg.

Er hörte sich an, was daraus werden sollte.

Er verstand meine Pläne und konnte aufgrund eigener Erfahrungen in seiner Familie nachvollziehen, was es bedeutet, etwas aufzubauen und dafür ein Risiko einzugehen.

Er glaubte an das Konzept.

Und irgendwann waren wir uns einig.

Nach ungefähr eineinhalb Jahren Suche stand fest:

Die DBT Factory bekommt ein neues Zuhause.

In Paderborn.

Und was ist mit Warburg?

Bei all der Vorfreude gibt es einen Teil dieser Entscheidung, der mir alles andere als leichtfällt.

Warburg zu verlassen bedeutet nicht einfach, einen Mietvertrag zu kündigen und ein paar Möbel in einen Transporter zu stellen.

Hier ist unsere Community entstanden.

Menschen aus Warburg und aus einem Umkreis von teilweise 30 Kilometern und mehr sind über Jahre zu uns gefahren.

Aus manchen Kunden wurden Stammkunden. Aus Stammkunden wurden Menschen, deren Gesichter, Bestellungen und Geschichten man kennt.

Als bekannt wurde, dass wir Warburg verlassen werden, waren einige unserer Kunden sehr traurig.

Einige haben bei uns im Laden sogar geweint.

Spätestens in solchen Momenten versteht man, dass man in vier Jahren offenbar etwas geschaffen hat, das größer ist als die Produkte, die über die Theke gehen.

Und dafür bin ich unglaublich dankbar.

Wir gehen nicht, weil es vorbei ist

Vielleicht ist das der wichtigste Punkt dieser ganzen Geschichte:

Wir schließen Warburg nicht, weil die Geschichte der DBT Factory gescheitert ist.

Wir verlassen Warburg, weil sie weitergeht.

Ohne die Menschen, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben, wäre dieser Schritt niemals möglich gewesen.

Ohne die Stammkunden, die immer wieder gekommen sind.

Ohne die Menschen aus Warburg und der gesamten Umgebung, die teilweise weite Strecken für unsere Produkte gefahren sind.

Und ganz besonders:

ohne meine Familie.

Sie hat mich durch die guten Phasen begleitet – aber vor allem durch die Phasen, in denen noch überhaupt nicht klar war, ob sich all die Arbeit irgendwann auszahlen würde.

Dafür werde ich immer dankbar sein.

Warburg war der Ort, an dem wir angefangen haben.

Der Ort, an dem wir Fehler machen durften.

Der Ort, an dem aus Kunden eine Community wurde.

Und der Ort, von dem aus unsere Donuts irgendwann durch ganz Deutschland gereist sind.

Deshalb gehe ich mit Wehmut.

Aber vor allem mit Stolz und unglaublich viel Vorfreude.

Denn aus 38 Quadratmetern werden bald fast 100.

Aus einer Idee wird der bisher größte Schritt unserer Geschichte.

Und nach fast vier Jahren heißt es für die DBT Factory:

Wir kommen nach Paderborn.

Wo genau?

Das verraten wir im nächsten Kapitel.

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