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Von Warburg nach ganz Deutschland: Wie Motto Donuts entstand

Eigentlich sollte unser Online-Shop nur dabei helfen, mehr Menschen in Warburg zu erreichen. Doch plötzlich kamen Bestellungen aus ganz Deutschland. Es gab nur ein Problem: Wir waren überhaupt nicht darauf vorbereitet.

Im letzten Kapitel unserer Geschichte habe ich davon erzählt, wie ich nach langen Arbeitstagen Nacht für Nacht an unserem ersten eigenen Online-Shop gearbeitet habe.

Die Idee dahinter war zunächst ziemlich simpel: Unsere Kunden sollten ihre Donuts und Getränke online genauso individuell zusammenstellen können wie bei uns im Laden.

Und tatsächlich: Die Bestellungen kamen.

Erst lokal.

Und dann plötzlich von immer weiter weg.

Bis irgendwann die ersten Bestellungen aus anderen Teilen Deutschlands eingingen.

Eigentlich ein Grund zum Feiern.

Stattdessen musste ich sie stornieren.

Kann man frische Donuts überhaupt verschicken?

Bis dahin war unser Online-Shop für den lokalen Betrieb gedacht.

Unsere Donuts sind ein frisches Produkt. Gerade die fluffige Konsistenz verändert sich mit der Zeit und natürlich schmeckt ein Donut am besten möglichst frisch.

Also stellte sich mir eine ganz grundlegende Frage:

Kann man unsere Donuts überhaupt so verschicken, dass sie beim Kunden noch so ankommen, wie ich es mir vorstelle?

Meine erste Reaktion auf neue Möglichkeiten ist allerdings selten: „Das geht nicht.“

Ich will meistens erst einmal herausfinden, ob es vielleicht doch geht.

Also begann die nächste Testphase.

Und meine Verwandten und Freunde, die weiter entfernt wohnten, bekamen plötzlich eine neue Aufgabe:

Donut-Testkunden spielen.

Testen. Scheitern. Verbessern. Wiederholen.

Natürlich funktionierte nicht alles beim ersten Versuch.

Eigentlich funktionierte ziemlich vieles nicht beim ersten Versuch.

Wie müssen die Donuts verpackt werden? Wie überstehen sie den Transport? Wie verändert sich die Qualität? Was funktioniert und was funktioniert überhaupt nicht?

Ich hatte gesehen, dass es bereits andere Donut-Shops gab, die ihre Produkte deutschlandweit verschickten.

Das war für mich der Beweis:

Es muss irgendwie möglich sein.

Also testete ich weiter.

Ich scheiterte.

Ich optimierte.

Ich scheiterte wieder.

Und dann optimierte ich noch einmal.

Einen Teil dessen, was ich mit unserem Laden in Warburg erwirtschaftete, investierte ich immer wieder in neue Versuche und Verbesserungen.

So lange, bis ich irgendwann sagen konnte:

Jetzt funktioniert es.

Die ersten Pakete gehen auf Reisen

Nachdem ich den Versand in unseren Online-Shop integriert hatte, konnten erstmals ganz offiziell Donuts aus Warburg deutschlandweit bestellt werden.

Und tatsächlich kamen die ersten Bestellungen.

Für mich war das ein riesiger Schritt.

Unser kleiner Laden in Warburg erreichte plötzlich Menschen, die wahrscheinlich niemals zufällig an unserer Ladentür vorbeigelaufen wären.

Doch mit dem Erfolg entstand direkt das nächste Problem.

Unser Online-Shop war dafür überhaupt nicht gemacht.

Ein Shop für zwei völlig unterschiedliche Welten

Auf dbt-factory.de befand sich unser gesamtes Sortiment.

Donuts, Bubble Tea, Getränke und weitere süße Produkte.

Für unsere Kunden in Warburg war das genau richtig.

Für jemanden, der 300 Kilometer entfernt wohnte, allerdings nicht.

Denn natürlich konnten und wollten wir nicht unser komplettes Sortiment deutschlandweit verschicken.

Trotz aller Einstellungen und technischen Lösungen ließ sich das lokale und nationale Geschäft nur schwer verständlich miteinander verbinden.

Immer wieder wurden Produkte für den Versand bestellt, die dafür überhaupt nicht vorgesehen waren.

Dann musste ich Kunden kontaktieren, erklären, stornieren und Zahlungen zurückerstatten.

Das kostete Geld.

Vor allem kostete es aber unglaublich viel Zeit.

Und irgendwann war mir klar:

Ich versuche gerade zwei unterschiedliche Geschäftsmodelle in einen einzigen Online-Shop zu pressen.

Also musste ich sie trennen.

Die Geburtsstunde von Motto Donuts

Die Lösung bedeutete allerdings wieder Arbeit.

Sehr viel Arbeit.

Ich entschied mich dazu, das lokale Geschäft und den deutschlandweiten Versand voneinander zu trennen.

dbt-factory.de sollte unser lokaler Online-Shop bleiben.

Für den deutschlandweiten Versand entstand ein komplett neuer Shop:

Motto Donuts.

Dieses Mal begann ich allerdings nicht mehr bei null.

Durch die unzähligen Stunden Arbeit an unserem ersten Online-Shop hatte ich inzwischen Erfahrungen gesammelt. Ich verstand WordPress besser, wusste mehr über Online-Shops und hatte vor allem aus sehr vielen eigenen Fehlern gelernt.

Trotzdem bedeutete der Aufbau von motto-donuts.de wieder unzählige Stunden Arbeit.

Aber irgendwann war auch dieser Shop fertig.

Und dann passierte etwas, das ich einige Zeit vorher wahrscheinlich selbst kaum für möglich gehalten hätte:

Der zweite Shop funktionierte.

Die Bestellungen wurden mehr.

Doch meine nächste Lektion sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Eine Idee – und drei Tage später Post vom Anwalt

Mit Motto Donuts wollte ich Donuts für unterschiedliche Themen und Anlässe anbieten.

Dabei entstand auch die Idee, Designs aufzugreifen, die sich an bekannten Marken und Themen orientierten.

Was ich damals unterschätzt hatte: Markenrecht.

Ich hatte ein entsprechendes Produkt gerade einmal wenige Tage online, als bereits ein Anwaltsschreiben bei mir eintraf.

Obwohl ich keine Markennamen als Produktnamen verwendet hatte, musste ich lernen, dass Markenschutz sehr viel weiter gehen kann, als ich bis dahin gedacht hatte.

Das war eine ziemlich teure Lektion.

Und wieder stand ich vor einer Entscheidung.

Aufgeben?

Oder lernen?

Zu klein für die Großen

Also versuchte ich, es richtig zu machen.

Ich kontaktierte Rechteinhaber und bemühte mich darum, offizielle Lizenzen zu erhalten.

Doch als kleines Unternehmen war das alles andere als einfach.

Teilweise bekam ich keine Antwort. Teilweise erhielt ich Absagen. Und manchmal wurde ziemlich deutlich, dass unser Unternehmen schlicht noch zu klein war.

Für mich fühlte es sich damals an wie:

Die großen Haie fischen nicht mit den kleinen Fischen.

Das war frustrierend.

Aber rückblickend war genau diese Situation vielleicht sogar wichtig.

Denn sie zwang mich dazu, Motto Donuts noch einmal neu zu denken.

Weg von Marken. Hin zu echten Anlässen.

Wenn bekannte Marken nicht unser Weg sein sollten, stellte sich die nächste Frage:

Wann bestellen Menschen eigentlich besondere Donuts?

Die Antwort lag näher, als ich zunächst dachte.

Hochzeiten.

Geburtstage.

Babypartys.

Einschulungen.

Jubiläen.

Überraschungen.

Besondere Momente im Leben.

Also konzentrierte ich mich zunehmend darauf, Donuts für genau solche Anlässe zu entwickeln.

Individuelle Farben, Füllungen, Dekorationen, Schriftzüge und immer mehr Möglichkeiten, aus einer normalen Donutbox etwas Persönliches zu machen.

Und dieses Mal funktionierte die Idee.

Es lief.

Und plötzlich bestellten Unternehmen

Mit der Zeit kamen immer mehr Bestellungen aus ganz Deutschland.

Und irgendwann tauchten zwischen den privaten Bestellungen plötzlich auch Unternehmen auf.

Aus einzelnen Boxen wurden größere Mengen.

Aus größeren Mengen wurden Firmenaufträge.

Und dann kam der Auftrag, der mir endgültig zeigte, welches Potenzial in dem steckte, was ich über Monate und Jahre aufgebaut hatte.

Ein großes deutsches Unternehmen wurde auf uns aufmerksam.

Die Anfrage:

mehr als 1.000 Donuts.

Für die DBT Factory war das ein Rekord.

Und für mich war es der absolute Wahnsinn.

Was einmal als kleiner Laden in einer Warburger Innenstadt begonnen hatte, produzierte plötzlich über tausend Donuts für einen einzigen Auftrag.

Das war einer dieser Momente, in denen man kurz zurückblickt und sich fragt:

Wie sind wir eigentlich hier gelandet?

Erfolg schafft neue Probleme

Der Auftrag half mir dabei, schneller in die weitere Entwicklung des Unternehmens zu investieren.

Gleichzeitig zeigte er mir aber schonungslos die nächste Grenze.

Diesmal lag sie nicht im Online-Shop.

Sie lag direkt um mich herum.

Unser Laden in Warburg war zu klein geworden.

Die Produktionsfläche war begrenzt. Lagerfläche fehlte. Arbeitsabläufe, die bei normalen Bestellmengen funktionierten, wurden bei großen Aufträgen plötzlich zur Herausforderung.

Für einen klassischen kleinen Donut-Shop war die Fläche ausreichend.

Für das Unternehmen, zu dem sich die DBT Factory langsam entwickelte, war sie es langfristig nicht mehr.

Und damit entstand eine Frage, über die ich lange überhaupt nicht nachdenken wollte:

Braucht die DBT Factory irgendwann ein neues Zuhause?

Die Antwort darauf sollte mich die nächsten eineinhalb Jahre beschäftigen.

Warum wir Warburg schließlich verlassen – und wie die Suche nach einem neuen Zuhause begann, erzähle ich im nächsten Kapitel unserer Geschichte.

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