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Nachts am Laptop - KI-generiertes Symbolfoto

Als Aufgeben keine Option war: Wie unser Online-Shop alles veränderte

Eine volle Eröffnung, lange Schlangen und jede Menge Euphorie. Doch ein Jahr später sah die Welt der DBT Factory ganz anders aus. Die Nachfrage sank – und irgendwann stand eine Frage im Raum, die sich wahrscheinlich jeder Selbstständige irgendwann einmal stellt: Weitermachen oder aufgeben?

Der Hype war vorbei

Nach unserem Start im September 2022 hatten wir erlebt, wie groß die Begeisterung für Donuts und Bubble Tea in Warburg sein konnte.

Doch mit der Zeit wurde aus dem anfänglichen Hype Alltag.

Die Nachfrage sank und wir versuchten vieles, um wieder mehr Menschen zu erreichen. Wir bauten einen eigenen Lieferdienst auf, arbeiteten mit externen Plattformen wie Lieferando, verteilten Flyer und entwickelten immer wieder neue Aktionen und Angebote des Monats.

Wir probierten aus, veränderten und hofften.

Doch nichts davon brachte langfristig die Veränderung, die wir brauchten.

Gleichzeitig liefen die Kosten weiter. Vor allem der Personalaufwand war irgendwann nicht mehr tragbar. Wir mussten reduzieren, bis ich schließlich als Gründer und Geschäftsführer immer häufiger alleine im Laden stand.

Und irgendwann hörte ich von vielen Seiten denselben Rat:

„Mach den Laden zu.“

Vielleicht hatten sie sogar recht

Natürlich habe auch ich darüber nachgedacht.

Denn wirtschaftlich musste man sich irgendwann eingestehen, dass gute Produkte allein noch kein erfolgreiches Unternehmen ergeben.

Unsere Kunden liebten unsere Donuts und Getränke. Das Feedback war hervorragend und die Bewertungen bestätigten uns immer wieder darin, dass die Qualität stimmte.

Aber ich musste etwas Entscheidendes verstehen:

Unsere Produkte sind Luxusgüter.

Niemand muss einen Donut essen. Niemand braucht einen Bubble Tea.

Man kann sich einen Döner, eine Pizza oder einen Burger als vollständige Mahlzeit holen. Ein besonderer Donut oder ein Bubble Tea ist dagegen etwas, das man sich bewusst gönnt.

Und gerade in einer kleinen Stadt hat diese Erkenntnis Konsequenzen.

Trotzdem konnte ich mich mit dem Gedanken aufzuhören nicht anfreunden.

Denn irgendwo war dieses Gefühl:

Das Produkt funktioniert. Wir erreichen nur noch nicht genügend Menschen damit.

Ein letzter Versuch

Ein Punkt störte mich damals besonders: die hohen Gebühren externer Lieferplattformen.

Also entstand eine neue Idee.

Warum eigentlich keinen eigenen Online-Shop bauen?

Auch davon wurde mir abgeraten.

Es würde sich nicht lohnen. Niemand würde dort bestellen. Der Aufwand wäre viel zu groß.

Vielleicht stimmte das.

Vielleicht aber auch nicht.

Einer meiner Leitsprüche lautet:

„Das Schicksal begünstigt die Mutigen.“

Und wenn ich eines während meiner Selbstständigkeit gelernt habe, dann, dass Scheitern nicht bedeutet, dass man am Boden bleiben muss.

Ich bin mit Ideen und Projekten oft genug auf die Schnauze gefallen.

Also konnte ich es auch noch einmal versuchen.

Tagsüber Donuts. Nachts WordPress.

Geld, um eine Agentur oder einen Entwickler mit meinem Online-Shop zu beauftragen, hatte ich nicht.

Also musste ich es selbst lernen.

Nach teilweise zehn Stunden Arbeit im Laden setzte ich mich abends an meinen Laptop. Und dort saß ich häufig bis drei Uhr nachts.

Nicht einmal.

Nicht eine Woche.

Monatelang.

Ich brachte mir Schritt für Schritt bei, wie man eine Website und einen Online-Shop aufbaut. Mit Tutorials, YouTube, künstlicher Intelligenz – und sehr viel Trial and Error.

Dabei wollte ich nicht einfach irgendeinen Online-Shop bauen.

Ich wollte etwas schaffen, das unsere Produkte genauso individuell bestellbar macht wie direkt bei uns im Laden.

Ein Donut sollte wirklich dein Donut sein

Bei uns sollte der Kunde nicht einfach zwischen sechs fertigen Donuts auswählen müssen.

Er sollte selbst entscheiden.

Weiße Schokolade? Vollmilch? Dunkle Schokolade?

Nutella-Füllung? Pistaziencreme? Eine andere Füllung? Oder lieber gar keine?

Glasur, Füllung und weitere Eigenschaften sollten individuell ausgewählt werden können.

Und dasselbe Prinzip wollte ich auf unsere Getränke übertragen.

Die Idee war simpel:

Online bestellen sollte sich möglichst genauso anfühlen, als würde man direkt bei uns im Shop stehen und seinen eigenen Donut oder Drink zusammenstellen.

Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.

Ich machte Fehler. Sehr viele sogar.

Manche Dinge funktionierten überhaupt nicht. Andere funktionierten zunächst und verursachten später neue Probleme. Teilweise musste ich Arbeit, in die bereits unzählige Stunden geflossen waren, wieder verwerfen und komplett von vorne beginnen.

Aber irgendwann war die Seite fertig.

Zumindest fertig genug.

Dann drückte ich heimlich auf „Veröffentlichen“

Eigentlich wollte ich den neuen Online-Shop erst noch richtig ankündigen.

Doch dazu kam es gar nicht.

Denn plötzlich war sie da:

die erste Bestellung.

Und dann sah ich die Kundendaten.

USA.

Ich war mir ziemlich sicher, dass irgendetwas schiefgelaufen sein musste.

Ein Online-Shop für einen kleinen Donut-Laden in Warburg – und die erste Bestellung kommt aus den Vereinigten Staaten?

Das Geld war allerdings tatsächlich eingegangen.

Und die Erklärung war noch besser:

Eine Kundin aus den USA hatte für eine Amerikanerin bestellt, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem Hotel in Warburg befand.

Also bereitete ich die Bestellung vor und lieferte sie aus.

Es war nur eine einzige Bestellung.

Aber für mich bedeutete sie viel mehr.

Ich hatte etwas von Grund auf selbst gebaut. Obwohl mir gesagt wurde, dass es wahrscheinlich nichts bringen würde.

Und jemand hatte es gefunden.

Es funktionierte.

Aus zwei Bestellungen wurden immer mehr

Meine Erwartungen waren damals ziemlich bescheiden.

Wenn über die Website vielleicht zwei oder drei Bestellungen im Monat kommen würden, wäre ich schon zufrieden gewesen.

Doch es blieb nicht dabei.

Es wurden mehr.

Und irgendwann passierte etwas, das ursprünglich überhaupt nicht Teil des Plans gewesen war:

Bestellungen kamen plötzlich aus ganz Deutschland.

Aus einem Online-Shop, der eigentlich unseren lokalen Betrieb in Warburg unterstützen sollte, entstand langsam eine vollkommen neue Möglichkeit.

Es war noch kein riesiger wirtschaftlicher Erfolg.

Aber das Licht am Ende des Tunnels, das vorher manchmal kaum noch zu erkennen war, wurde ein kleines Stück heller.

Selbstständigkeit bedeutete plötzlich: alles lernen

Der Online-Shop war dabei nur eine Baustelle.

Parallel musste das Tagesgeschäft weiterlaufen. Produkte mussten hergestellt, Kunden bedient, Bestellungen bearbeitet und neue Ideen entwickelt werden.

Und dann war da beispielsweise noch die Buchhaltung.

Auch dort hatte ich mich ursprünglich auf externe Unterstützung verlassen. Doch wiederkehrende Probleme und Fehler bedeuteten am Ende vor allem eines: Ich musste selbst verstehen, was dort eigentlich passiert.

Also begann das gleiche Spiel von vorne.

Lesen. Lernen. Ausprobieren. Fehler machen. Korrigieren.

Und manchmal alles wieder verwerfen und noch einmal anfangen.

Langsam verstand ich, was Menschen meinen, wenn sie von der harten Realität der Selbstständigkeit sprechen.

Es waren lange Tage, kurze Nächte und ziemlich viele Momente, in denen der einfachere Weg gewesen wäre, aufzuhören.

Seltsamerweise erfüllte mich genau diese Arbeit trotzdem.

Ich lernte jeden Tag etwas Neues. Ich konnte Ideen entwickeln und unmittelbar ausprobieren. Und aus Problemen entstanden manchmal Möglichkeiten, die ich vorher überhaupt nicht gesehen hatte.

Nur eine Sache durfte dabei nicht vergessen werden:

Am Ende musste auch wirtschaftlich etwas Zählbares herauskommen.

Und genau das war weiterhin schwierig.

Eine schwere Entscheidung zwischen zwei Brüdern

Die DBT Factory hatten mein Bruder Hanni Aktan und ich gemeinsam als GbR aufgebaut.

Gerade in der Anfangszeit hatte Hanni das Unternehmen auch finanziell stark unterstützt.

Doch irgendwann war klar, dass es so nicht dauerhaft weitergehen konnte. Die Belastung war zu groß und wir mussten eine Entscheidung treffen.

Wir entschieden uns, die gemeinsame GbR zu beenden und die DBT Factory als Einzelunternehmen weiterzuführen.

Hanni glaubte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich daran, dass das bestehende Geschäftsmodell wirtschaftlich funktionieren würde.

Aber er glaubte weiterhin an mich.

Und dieser Unterschied war für mich unglaublich wichtig.

Denn manchmal braucht man nicht jemanden, der jede einzelne Idee gut findet.

Man braucht jemanden, der einem zutraut, irgendwann die richtige zu finden.

Diese Unterstützung gab mir die Motivation, weiterzumachen.

Nicht mehr einfach nur mit dem Ziel, irgendwie den nächsten Monat zu überstehen.

Sondern mit der Frage:

Was kann aus der DBT Factory werden, wenn wir aufhören, sie nur als kleinen Laden in Warburg zu betrachten?

Die ersten Antworten darauf hatte unser Online-Shop bereits gegeben.

Und damit begann die nächste Entwicklungsstufe der DBT Factory.

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